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Bericht über das Konzentrationslager in Dachau

Ich besuchte heute mit meiner Klasse im Rahmen des Geschichtsunterrichts die KZ Gedenkstätte Dachau. Im Unterricht hatten wir schon viel über das Konzentrationslager erfahren und auch schon über die Gräueltaten gesprochen, doch alles real zu sehen, war ein völlig beeindruckendes, aber auch sehr schockierendes Gefühl.
Als wir nach der Busfahrt in Dachau ankamen, überkam mich schon ein mulmiges und unwohles Gefühl, denn ich wusste, dass ich in wenigen Minuten an einem Ort sein werde, an dem so viele unschuldige Menschen gefoltert, erniedrigt und getötet wurden.
Wir wurden in Gruppen eingeteilt und bekamen einen Rundgang. Die Führerin führte uns durch das ganze KZ und erklärte uns alles sehr sachlich und genau. Der Rundgang durch die Gebäude war bedrückend, besonders in der Gaskammer grauste es mich. Man konnte sich nicht vorstellen, dass das alles wirklich passiert ist und man auf dem Boden steht, wo vielleicht jemand gestorben ist.
Ich habe versucht mich in die Lage von den Menschen zu versetzen, was mir nicht immer gelang, da ich so etwas nie erlebt habe. Die Vorstellung, wie eng die vollbelegten Stuben waren, empfand ich als sehr schrecklich. Die Tatsache, dass es keine Spur von Privatsphäre gab, schockierte mich wirklich, doch umso schlimmer ist es, dass die Menschen keine Menschen mehr waren – nur Nummern. Nach all diesen Zumutungen, Anschlägen, die Sie erlebt haben, finde ich es unfassbar bewundernswert, dass ehemalige Gefangene über ihre grausame Vergangenheit berichten – alles, um so einen Wahnsinn nicht noch einmal passieren zu lassen und nie zu vergessen.
Nachdem wir das Gebäude verließen überkam mich ein Gefühl von Dankbarkeit, denn ich war froh über mein Leben und darüber, dass es dieses Ausmaß von Unmenschlichkeit bei uns nicht mehr gibt.
Nach unserer Führung im KZ konnten wir uns in Augsburg erholen und hatten Freizeit.
Die Zeit mit Freunden war sehr schön, vor allem war die Dankbarkeit groß, denn wir schätzten die gemeinsame Zeit, unsere Individualität, unser Leben und unsere Rechte um einiges mehr, als vorher. Durch diesen Ausflug änderte sich vor allem unser geschichtliches Bewusstsein, da wir die pure Realität gesehen haben und vor allem über alle Fakten genau informiert wurden.
Auf dem Rückweg waren viele nachdenklich, auch ich, denn ich zweifelte stark an der Menschlichkeit der SS-Truppen. Als wir in Reutlingen ankamen, ging ein schöner, informativer Ausflug zu Ende. Zuhause gab es viel zum Erzählen und auch noch viel zum Nachdenken.

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